Industrie in Deutschland leidet zunehmend an Missmanagement

Ein typisches Beispiel für heutiges Missmanagement und leider auch eine wahre Geschichte aus der deutschen Halbleiterfertigung

Halbleiterchips werden in fingernagelgroße Gehäuse verpackt, abgeglichen und dann an die Kunden geliefert. Ein fertiges Bauelement wiegt weniger als 1 Gramm. Die Gehäuse werden aus einem quasi endlosen Metallstreifen hergestellt, auf den Kunststoff so aufgespritzt wird, dass später alle 2 cm ein Chip in einen Kunststoffrahmen bestückt werden kann. Die umspritzten Streifen werden dann auf ca. 30 cm Länge abgelängt und in speziellen, sehr teuren Metallmagazinen transportiert, die natürlich endlos wiederverwendet werden können.

Die Waferherstellung erfolgt in Deutschland.
Danach kommen die Prozessschritte
– Wafer Sägen (Chips auf dem Wafer vereinzeln)
– Chips in Gehäuse kleben
– Bonden (Chips elektrisch mit Gehäuse verbinden, meist durch haarfeine Golddrähte)
– Vergelen (Vergussmasse einfüllen als Schutz vor Chemikalien)
– Beinchen der Gehäuse freistanzen (bisher waren sie alle noch elektrisch kurzgeschlossen)
– Elektrischer Abgleich und Test
– Beinchen Biegen, damit man sie später auf Leiterplatte auflöten kann
– Gehäuse vereinzeln und Gurten (in einen Plastikgurt mit Fächern einschweißen und auf Spulen wickeln)
– Gegurtete Bauelemente an Kunde liefern

Eine entsprechende Fertigungslinie kostet ca. 5 Mio. Euro. Mehrere deutsche Werke hatten sich beworben. Eines bekam den Zuschlag, man feierte mit Sekt. Die Linie wurde bestellt. Dann kam der Werkleiter dieses Werkes und hatte folgende Idee:

Es gibt Lohnfertiger in Asien, die können alles billiger als wir. Sägen, Kleben, Bonden, Freistanzen kann man dort machen. Abgleich geht aber nur in Deutschland (komplizierte Software, Know-How nicht transferierbar). Biegen, Freistanzen, Gurten können die Asiaten wieder billiger als wir.

Es ergibt sich folgende Transportkette:
– Wafer fliegen von DE nach Asien (erster Flug)
– Vergelte Chips auf Streifen fliegen im Magazin (das Magazin ist mind. 10x schwerer als die Ware selbst!) nach DE zurück (zweiter Flug)
– Abgeglichene Chips fliegen – wieder im Magazin – zurück nach Asien (dritter Flug)
– Gegurtete Chips fliegen nach Deutschland (vierter Flug), Magazin verbleibt in Asien
– Wenn der Kunde aus Asien kommt: Gegurtete Ware fliegt nach Asien (fünfter Flug)

Summa summarum spart man trotz Transportkosten ca. 1 Cent pro Bauelement. Das sind 0,5-1% der Herstellungskosten.

Die Linie wurde also nach Asien umdelegiert und dort aufgestellt. Mehrfach mussten Prozessingenieure in 6er-Gruppen für vier Wochen nach Asien fliegen, um die Prozesse einzufahren. Je Flug und Person ca. 10.000 Euro plus Hotelkosten. Alle hatten Vielfliegerstatus und die Golden Card der dortigen Hotelkette. Reisekosten? Egal! Fehler werden vom Management niemals eingestanden.

Dann kam ein Vulkanausbruch in Island. Die Aschewolke stoppte den Flugverkehr. Die Presse fragte, warum Teile „made in Germany“ nicht lieferbar waren. Pressestelle: Es liegt an den Flügen. Die macht man aber nicht wegen der Kosten [würde man schon aus Umweltgründen niemals machen, oder?], sondern weil nur die Spezialfirmen in Asien diese Prozesse überhaupt beherrschen. Wir in Deutschland können das nicht. (Drei Werke hatten sich beworben!)

Da die Qualität aus Asien zu wünschen übrig ließ, wurde ein „resident Engineer“ eingeführt. Das ist ein Kollege, der für jeweils 6 Monate vor Ort lebt (danach wird er abgelöst durch den Nächsten) und der dort aufpasst und hilft, dass die Spezialisten vor Ort mit unserer Linie alles das richtig machen, was wir angeblich nicht selber können.

Das Angebot der Asiaten war ein Lockangebot. Inzwischen sind sie teurer, als wir es selber wären. Die Werke würden die Prozesse gerne nach Deutschland holen, aber:
Die Gehäuse werden direkt in Asien produziert und die Freigabe ist sehr aufwendig. Die deutsche Entwicklung ist frustriert und weigert sich, den ganzen Freigabeaufwand nochmal mit deutschen Zulieferern durchzuziehen. Deshalb bleiben Sägen, Kleben und Bonden für immer im nun teureren Asien. Alles andere läuft aber inzwischenn immerhin in Deutschland, so dass die Halbleiter nur noch zweimal um die halbe Welt geflogen werden müssen.
Aber:
Die in Deutschland anfallenden Leermagazine müssen leer nach Asien zurückgeflogen werden zum dortigen Gehäusehersteller. Also quasi doch wieder drei Flüge.

Hat der Werkleiter aus dem Schlamassel gelernt?
Nein! Natürlich nicht! Warum sollte er? Einige Jahre später kam er auf die Idee, einen Galvanikprozess in Asien anfragen zu lassen, weil die Asiaten angeblich (aber wider besseren Wissens) billiger sind. Die zu beschichtenden Teile wogen in diesem Fall allerdings knapp 100 Gramm. Bei Millionenstückzahlen pro Jahr hunderte Tonnen sinnlose Luftfracht. Die Galvanik wurde zum Glück in Deutschland beauftragt…

6 Kommentare

  1. Die sind genauso unfähig wie unsere Politdarsteller in Berlin. Wie heißt dieser doofe Spruch, wie der Herr so‘s Gescherr.

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  2. Wer keine Arbeit hat, der macht sich welche.
    Sinnloser, bezahlter Humbug, völlig überflüssige Jobs,
    dazu zählen die ganzen Wasserköpfe mit Anwesenheitslöhne und der Leiharbeiter buckelt sich den Rücken kaputt in ständiger Angst.
    Siehe Henkel, während der Ewigkrankfuzzi, vor Weihnachten, mit seinem Tässchen
    von einen Advent zum Anderen stolziert und von seinem üppigen Weihnachtsgeld einen Dauerständer + Prämie hat, für das Nichtstuen, jeden vollfaselt von seinem Skiurlaub,
    buckelt der Leiherni, für 1100€ netto, einen LKW nach dem Anderen ab, natürlich am offenen
    Domdeckel, damit es schneller geht, und zieht sich irgendeine Hulle durch die Nase,
    bis der aufleuchtet und dem die TesaPowerStrips, auf den Arbeitsschuhen hängen.
    Während Radieschen Meier, wieder mal wegen dem neuen Freund, 2 Wochen krank spielt,
    hat der asexuelle Spurenleser im Mittleren Management, wieder die tollsten Einfälle.
    Radieschen Meier holt sich natürlich ne ordentliche Arbeiterpackung, selbstredend,
    während ihre lebende Vollkasko, voller Stolz, der Konkurrenz zur Kopie, die neuste
    Hochtechnologie aufbaut, bis der selber Schlitzaugen hat und nichts mehr sieht.
    Alles mitbekommen.
    Der Hochbau ist auch gut, da kommt so ein Brillekikker, fordert volle Arbeitschutzmontur
    bei 30°, bei ohne Kran, falls mal ein Stern vom Himmel fällt, und abends ist nichts passiert,
    weil der Altgeselle mittlerweile am Defibrillator hängt und der Rest eine Kette zum
    Getränkeshop nebenan gebildet hat, dazu sämtliche Zulagen, Zuschläge, Prämien,
    Fahrtgeld usw. gestrichen.
    Auf dem Bau bis 70, alles klar, da kann der mit seinen Gichtkrallen vielleicht noch die nette Fee
    spielen und Pappnägel anreichen und vielleicht schafft der es noch, bis zur Metzgerei.
    Da sind heutzutage mehr Arschkriecher, als dass die was können.
    Ein bekannter Chef stellt eine Schrauberin ein, Noten vom Feinsten,
    die hat dann später die Taschenlampe gehalten, als der Chef selber schrauben musste,
    nach drei Wochen ist der Hammer gefallen, dann steht da noch so eine Art Vater
    auf der Matte und ist noch die Blödheit von der Tochter am Verteidigen. Die konnte nichts.
    Wofür will die Lohn? Für die Zeugnisse und das Gefasel, die kam mir noch direkt doof, als ich reinspazierte.
    Dann ein wirklich guter Freund der Familie, der hängt ewig irgendwo in China rum, alle voll
    stolz auf diesen Agententechniker, die Olle mittlerweile weg und als erstes erzählen
    mir die Eltern, dass der Sohn jetzt ein Motorrad hat.
    Rentenantrag ist raus mit unter Fuffzig, wat bin ich froh, dass ich meinen Rücken,
    noch in den besten Zeiten, die es jemals auf dem Bau gab, platt bekommen habe, ich
    liebe meinen Rücken …
    Gruß aus dem Irrenhaus ohne Grenzen NRW :))

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