Neue Studie: Golfstrom droht abzureißen – fatale Folgen für Europa –

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Reißt der Golfstrom ab, wenn sich die Erde weiter erwärmt – oder doch nicht? Diese Frage beschäftigt Meeres- wie Klimaforscher bereits seit den 1980er-Jahren. In früheren Modellrechnungen erwies sich die „Atlantic Meridional Overturning Circulation“ (kurz: AMOC), wie das Strömungssystem fachsprachlich heißt, als recht stabil, selbst wenn sich die Konzentration des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) gegenüber der vorindustriellen Zeit verdoppelt. Dann sollte sich der Strom um höchstens 20 Prozent abschwächen.

Neue Studien besagen: Golfstrom könnte sehr wohl abreißen

Jetzt aber zeigen gleich zwei Studien, dass die gigantische Strömung nach einer CO2-Verdoppelung, die mit einer starken Erderwärmung einhergeht, durchaus abreißen könnte.

Im Klimasystem der Erde ist der Golfstrom eine bestimmende Größe. Er bewegt mehr als hundertmal so viel Wasser wie alle Flüsse der Welt enthalten. Sein Ursprung liegt nördlich der Bahamas, wo sich der Florida- und der Antillenstrom vereinen. Unterwegs erwärmt sich sein Wasser auf bis zu 30 Grad Celsius. Zunächst fließt er entlang der US-Küste nach Norden. Auf der Höhe von Cape Hatteras (US-Staat North Carolina) biegt er dann nach Nordosten ab, wobei er – nunmehr Nordatlantikstrom genannt – das warme Oberflächenwasser bis in die hohen Breiten transportiert.

Der Kochelsee im Winter PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY 1036102380 Wird das Leben in Europa langfristig klirrend kalt? Einer neuen Studie zufolge könnte dies passieren, wenn die Erderwärmung nicht gestoppt wird. Foto: Kochelsee am Rand der bayerischen Alpen (dpa)

Ohne Golfstrom drohen sibirische Winter

Dabei beschert er Nord- und Nordwesteuropa ein mildes Klima, ohne ihn wäre es dort durchschnittlich fünf bis zehn Grad kälter. Statt grüner Wiesen, Wälder und Landwirtschaft gäbe es karge, eisbedeckte Landschaften, die Winter wären so hart und kalt wie in Sibirien. Ähnlich wie etwa die Hudson Bay in Kanada wären auch die Elbemündung, die auf demselben Breitengrad liegt, und die Nordsee monatelang vereist.

Auf dem Weg zur Arktis verdunstet Wasser aus dem Nordatlantikstrom, wodurch die Salzkonzentration des im Meer verbleibenden Wassers steigt. Zugleich kühlt sich der Strom immer mehr ab. Durch beide Faktoren – Kälte und hoher Salzgehalt – wird das Wasser dichter und damit schwerer. Deshalb sinkt es in die Tiefsee hinab und fließt als kalte Tiefenströmung zurück nach Südwesten bis zum Südatlantik. Damit zählt es zum „globalen Förderband“ von Meeresströmungen, die vier der fünf Ozeane miteinander verbinden. Forscher sprechen von der „globalen thermohalinen Zirkulation“.

Tiefenströmungen als „globales Förderband“

Das Absinken erfolgt vor allem im Labrador- und Grönlandsee. Zwischen Spitzbergen und Grönland entsteht dabei der größte Wasserfall der Welt. In bis zu 15 Kilometer breiten Säulen stürzen 17 Millionen Kubikmeter Wasser pro Sekunde in bis zu 4000 Meter Tiefe. Das ist 15mal so viel Wasser, wie alle Flüsse der Welt führen. Durch das abrupte Absinken entsteht ein Sog, der den Golfstrom erst in Richtung Europa zieht.

Um diese Tiefenwasserpumpe geht es. Neben dem heranströmenden salzreichen Wasser beeinflusst auch Süßwasser, das durch Niederschläge, Flüsse und Eisschmelze in den Nordatlantik strömt, ihre Funktion. Erlahmt das Golfstromsystem, fehlt der Salznachschub, so dass sich an der Oberfläche zunehmend mit Süßwasser verdünntes Meerwasser sammelt. Das ist leichter als salzigeres Wasser und sinkt daher nicht so leicht zum Meeresgrund.

Tiefenwasserpumpe gerät ins Stottern

Da die Tiefenwasserpumpe das System antreibt, erlahmt die Strömung fortan weiter – ein klassischer Teufelskreis entsteht. Ab einem bestimmten Punkt wird das Strömungssystem dann instabil. Dies ist einer der so genannten Kipppunkte im Klimasystem, das dort in einen neuen Zustand übergeht. Dass dieser Fall entgegen der früheren Modellannahmen tatsächlich eintreten könnte, zeigt eine Studie der von Forschern der Scripps Institution of Oceanography im kalifornischen San Diego und der University of Wisconsin-Madison.

Die Autoren um den Scripps-Ozeanographen Wei Liu korrigierten den Süßwassereintrag in den Ozean in einem der Klimamodelle, um dort die beobachtete Salzkonzentration besser wiederzugeben. „Entscheidend ist, ob die Umwälzströmung insgesamt Süßwasser in das Atlantikbecken hineintransportiert, oder ob sie es exportiert“, erklärt dazu der Klimatologe Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) in seinem Blog „Klimalounge“. Er hatte schon 1996 eine Arbeit zu dem Thema publiziert.

Die Strömung des Golfstroms ist im Laufe des 20. Jahrhunderts stark abgeschwächt. Forscher vermuten dahinter den Klimawandel. (Colourbox)

Abkühlung im Atlantik weist auf erlahmendes Golfstromsystem hin

Beobachtungsdaten niederländischer Forscher ließen in der Folge erkennen, dass die Strömung tatsächlich Süßwasser davon trägt. Reißt sie ab, bleibt es im Nordatlantik zurück, und die Tiefenwasserpumpe wird lahm gelegt. Ein systematischer Fehler in den früheren Modellen führte aber dazu, dass der Absinkmechanismus stabil erschien. Dabei hatten die Forscher im subpolaren Atlantik bereits einen Abkühlungstrend festgestellt, der auf ein erlahmendes Golfstromsystem hinweist. „Wir zeigen jetzt, dass die Möglichkeit eines Zusammenbruchs der AMOC bei fortschreitender globaler Erwärmung gewaltig unterschätzt wird“, bekräftigt Studienhauptautor Liu.

 

Quelle: Michael Odenwald „The weather channel“

 

5 comments

  1. Der Golfstrom wird wohl nicht versiegen, zumindest nicht wie im Katastropenfilm „The Day After“ – Dennoch wird er langsamer. Das von gehen viele Wissenschaftler aus, z.B. Rahmstorf, der am Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK) arbeitet, und mit einem Forscherteam entsprechende Studien erarbeitet hat

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  2. Unabhängig vom sich abschwächenden Golfstrom, was sehr umstritten ist: Die Zeit für eine neue Kälteperiode ist überreif. Davon sind heute etliche Wissenschaftler überzeugt. Unsere jetzige Warmzeit, das Holozän, begann vor 11.500 Jahren und wir wissen heute, dass Warmzeiten nur etwa 10.000 Jahre dauern, bevor die Welt für die folgenden 100.000 Jahre wieder in Kältestarre versinkt. So lange währt der längste der sogenannten Milankovitch-Zyklen, benannt nach dem Astrophysiker Milutin Milankovitch, der die Eiszeit-Rhythmen 1941 als erster berechnete.

    Die Ursache der Wechsel von einer Warm- zur Kaltzeit und zurück ist die sich verändernde Umlaufbahn der Erde um die Sonne: Sie ist mal elliptisch, mal kreisförmig. So ist unser Planet mal näher an der Sonne, mal weiter weg.

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  3. Es gibt auch Studien, die belegen, daß der Golfstrom in früheren Jahrtausenden mal stärker, mal schwächer wurde. Wenn ich mir die überall herrschende Klimahysterie so ansehe, dann mache ich mir da wenige Gedanken.

    Und Wissenschaftler, die das CO2 als Grund der Erderwärmung sehen, nehme ich sowieso nicht ernst. Die Summe der jährlichen Vulkanausbrüche hauen ein vielfaches von dem raus, was die Menschheit erzeugt. Der CO2-Anstieg ist eine Folge der Erderwärmung, nicht der Grund. Als starke Treihausgase sind Wasserdampf und Methan ausgemacht.

    Was bedenklicher ist, daß durch die Erderwärmung bisher tiefgefrorene Methanlagerstätten auftauen und den Prozess beschleunigen.
    http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/auftauendes-methaneis-sibiriens-klimagas-tresor-oeffnet-sich-a-547716.html

    Andererseits hat Dr. Hilbert völlig recht. Laut dem Milankovitch-Zyklus müsste eine neue Eiszeit anstehen. Die Zwischenzeiten verschieben sich allerdings auch, was darauf hinweisen könnte, daß sich die Kaltzeiten abschwächen.. Man sollte nicht vergessen, daß die Erde den größten Teil ihrer Existenz eisfrei war.

    Wir haben als Laien gar keinen richtigen Überblick darüber und sogar die Einträge dazu in der englischen und deutschen Wikipedia differieren.
    https://en.wikipedia.org/wiki/Timeline_of_glaciation

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  4. Ich verfolge das Thema seit den später 70-iger Jahren, denn damals kam in der Sonntäglichen Wochenrundschau Deutschlands schon was zum Thema Waldsterben.
    Das war der Zeitpunkt des Beginnens der Klimahysterie.

    In der Tat, wenn ich mir die Videos, …. Beispielsweise von Ivar Giaever, einem Norwegischen Nobelpreisträger, ansehe, so komme ich zum Schluss das wir über unser Klima viel zu wenig wissen, das wir nicht richtig messen und das die Klimahysteriker uns mit manipulierten Daten abspeisen. Das wusste ich als politisch sehr interessierter schon lange, aber es ist schön wenn ein Nobelpreisträger das konstatiert.


    Jenen Skandal sollte ja jeder hier mitbekommen haben, ich meine die Mails die sich die Klima-Alarmisten der NGOs zugesandt haben und dabei da scheinbar unbeobachtet, ganz ehrlich waren.

    Klimaerwärmung ist eine falsche Begrifflichkeit.
    Ich glaube daran das wir Klima-Wandel haben …..immer hatten …..und immer haben werden.
    Das wir ihn verursachen oder nur schon beschleunigen halte ich für absolut unbewiesen, ja für eine reine Hypothese.
    Die Erwärmung findet seit 17 Jahren nicht mehr statt, wird aber herbeigerechnet denn es lebt sich sehr gut mit Forschungs-Geldern die wegen der Angst reichlich fliessen.
    Wir haben heute ca. 260 mgr. Co2 in der Luft, bei unter 130 sterben die Pflanzen, die Erde hatte aber über lange Perioden auch 460 mgr. Das waren die Zeiten der extrem begrünten Erde, denn Co2 ist ja Pflanzennahrung. Das Bspw. die Sahelzone gerade sehr stark grünt obwohl dort kaum mehr Regen fällt, das wir nie irgendwo thematisiert, ist auf Satellitenaufnahmen aber deutlich zu sehen. Co2 nährt die Pflanzen nicht nur, es macht sie Pflanzen offenbar auch widerstandsfähiger gegen Trockenheit.

    Das „Klimagedächtnis“ meiner Familie reicht recht weit zurück, denn wir waren immer Bauern, seit Jahrhunderten. Und ich vertraue meinem Vater und dem was er mir sagte heute mehr wie jenen Manipulatoren in den NGOs usw.

    Was ich aber ganz klar finde, dass ist, dass wir viel zu viele Menschen auf unserer Erde sind.
    Das ist das Problem das wir lösen müssen. Hier in der Schweiz, wie wäre es hier schön mit nur 2 Millionen anstatt der nun 8.4 Millionen. Die Schweizer Bevölkerung würde ja zurückgehen, aber auch wir über-füllen uns mit Migranten.
    Für die Erde ist es relativ egal. Wenn sich die Menschen ausrotten die Erde verwüsten und alles ausbeuten, nach dem Menschen dauert es halt 500-tausend Jahre und sie hat sich neu erschaffen.
    ———————————–
    Die Erde wird nicht untergehen, nur die Menschen werden verschwinden.
    ———————————–

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