Islamischer Staat: Selbstmordattentate sind „Säule des Kampfes“seit II. Weltkrieg

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Der islamische Staat bezeichnet Selbstmordattentate aus ihren Reihen heute als „eine Säule ihres Kampfes“ und vergleicht sie somit in ihrer Wertigkeit, mit den damaligen berüchtigten japanischen Kamikaze-Piloten, die mit ihren selbstmörderischen Einsätzen während des Zweiten Weltkriegs, als militärische Option für das Japanische Reich flogen.

Charlie Winter, Experte für die „soziale Medienpräsenz des islamischen Staates“, (ja auch soetwas gibt es schon) begleitete eine Studie über die sich entwickelnde Schlachtfeld-Doktrin der IS- Terrorgruppe für das Internationale Zentrum für Terrorismusbekämpfung in Den Haag durch, so berichtet die Times.

Der islamische Staat hatte demnach laut Winter allein rund 300 Selbstmordoperationen in der Schlacht um Mosul seit Oktober 2016 und rund 1.095 weltweit verübt – eine deutliche Veränderung zu seiner bisherigen Taktik.
„Angesichts dieses Ansatzes, der taktisch mehr im Einklang mit den Kamikaze-Piloten des damaligen Japan steht, als wie die Al-Kaida Terroristen in den 2000er Jahren vorgingen, hat der islamische Staat Selbstmordoperationen nachhaltiger als jeder andere „Nicht-Staatliche-Akteur“ quasi militärisiert“, behauptet die Studie. „Gewaltbereite Selbstmord Anschläge sind die heutige Säule ihres Kampfes geworden“

Zum Ende des Zweiten Weltkriegs fehlte es den Japanern am nötigen Treibstoff. So konnten keine neuen Piloten ausgebildet werden, die qualitativ gleichwertig in der Lage waren, die gefallenen Piloten zu ersetzen. Konventionelle Bombenangriffe gegen amerikanische und britische Schiffe hatten nur eine 3-prozentige Chance auf Erfolg, so schreibt die Times, nach Schätzungen der Alliierten. Ganz anders verhielt es sich aber bei den nur marginal ausgebildeten Kamikaze Fliegern, denen beigebracht wurde ihre Ein-Mann-Flugzeuge in eine menschliche Rakete zu verwanden, die dann mit einer 15 bis 20 prozentigen höheren Chance in ihre Ziele einschlugen um sie schließlich zu vernichten.

Die Kamikaze, denen es eine Ehre war für ihr Vaterland zu sterben wurden während der Schlacht von Okinawa, eines der letzten großen Einsätze des Zweiten Weltkrieges, noch vor den Atombombenangriffen auf Hiroshima und Nagasaki, und schließlich dann vor der sowjetischen Invasion der japanischen Mandschurei, der Inneren Mongolei, sowie Nordkoreas, in großer Zahl eingesetzt.

Quelle: The Timesübersetzt von Gaby Kraal für den Schlüsselkindblog

Foto: KARIM KADIM/AP – Die Auswirkungen eines Selbstmordanschlages auf einem Shia-Markt in Bagdad. Selbstmordattentäter werden heute zum Angriff auf militärische Ziele eingesetzt

Ein Kommentar

  1. Der IS-ein sehr interessantes Thema. Warum stellt eigentlich niemand von unseren Qualitätsmedien die entscheidenden Fragen?
    Wer ist der IS?
    Was sind das für Leute?
    Wer finanziert den IS?
    Warum mordet, schlachtet und plündert der IS seit Jahren nahezu ungehindert die halbe arabische Welt in Grund und Boden?
    Warum werden diese oder ähnliche weitere Fragen nicht gestellt?
    Weil man die Antworten fürchtet.

    Wenn sie es schaffen, dass Du Dir die falschen Fragen stellst, müssen sie die Antworten nicht fürchten.
    Thomas Pynchon
    Amerikanischer Autor und Publizist

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