„Trächtiger Dino gefunden“ und wieder einmal bröckelt Darwins Evolutionstheorie

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Wissenschaftler haben ein 245 Millionen Jahre altes Fossil gefunden. Das Besondere: Der Dinocephalosaurus war zum Zeitpunkt des Todes trächtig. Dieser Umstand gibt Forschern nicht nur einen tieferen Einblick in Fortpflanzungssysteme, sondern scheint die Sicht darauf sogar zu revolutionieren. Wissenschaftler gehen seit Darwins Evplutionstheorie streng davon aus, dass alle Vertreter der sogenannten Archosauromorpha Eier legten.

Giraffenähnliches Erscheinungsbild

Im Südwesten Chinas fand ein Team von chinesischen Paläontologen das bislang einzigartige Fossil, dessen äußere Erscheinung Parallelen zu Giraffen aufweist. Die britische Zeitung „Guardian“ schreibt, dass der Dinocephalosaurus einen der längsten Hälse im Verhältnis zur Körpergröße gehabt habe.

Neben dem langen schlanken Hals besaß er paddelartige Flossen und einen kleinen Kopf. Er gehört zur Gruppe der Archosauromorpha, von denen bis heute die Krokodile und Vögel überdauert haben.

Über acht Jahre Rätselraten  

Das Fossil hatten Wissenschaftler bereits 2008 im Süden Chinas freigelegt. Da der Dinocephalosaurus den Fleischfressern angehörte, waren sich die Forscher lange Zeit nicht sicher, ob der Embryo womöglich auch die letzte Mahlzeit der Mutter sein könnte.

Jun Liu, ein Paläontologe an der Hefei University of Technology in China, sagte in einem Interview mit der „Washington Post“, dass er bei näherer Betrachtung und Literaturrecherche erkannt habe, dass dort etwas sehr Ungewöhnliches entdeckt worden war.

In der Studie, die Liu und seinen Kollegen im Fachblatt „Nature Communications“ veröffentlicht haben, kommen sie zu dem Schluss, dass der Embryo, der etwa 12 Prozent der Körpergröße des Muttertiers ausmacht, eindeutig zu der gleichen Spezies wie das das entdeckte Fossil. Die Ähnlichkeiten in der Knochenstruktur lassen keinen Zweifel offen, so Liu.

Untypisch: Nachwuchs schlüpft nicht aus dem Ei

Der Kopf des Embryos weise zudem nach vorne. Doch Beute werde bei diesen wasserlebenden Tieren normalerweise mit dem Kopf voran verschlungen und verdaut. Der Embryo liege zudem in einer klassischen Embryonalhaltung im Körper der Mutter, also mit dem Kopf in Richtung Brustkorb gebeugt, so wie es für eine Schwangerschaft typisch ist. Schließlich spräche auch das dehnbare Becken des Muttertieres für eine Lebendgeburt.

Dass die Jungtiere tatsächlich lebend zur Welt kamen, schließen die Forscher unter anderem daraus, dass sie keine Hinweise auf eine kalkhaltige Eischale fanden. Es wäre sehr ungewöhnlich, wenn die Tiere Eier mit derart weit entwickelten Jungtieren gelegt hätten, schreibt das Forscherteam um Liu. Die Paläontologen aus China, Großbritannien, den USA und Australien gehen zudem davon aus, dass bei den Tieren das Geschlecht genetisch festgelegt war – und nicht etwa durch die Umgebungstemperatur bestimmt wurde, wie bei Krokodilen.

Markanter Unterschied innerhalb einer Spezies

Der frühe Verwandte heutiger Vögel, Schildkröten und Krokodile gebar seine Jungen also offenbar lebend. Die Nachfahren legen zur Fortpflanzung hingegen Eier. Es stellt sich die Frage, wieso sich diese Eigenschaft im Laufe der Zeit verändert hat.

Dem Paläontologen Michael Benton von der Universität Bristol zufolge waren Lebendgeburten für Dinocephalosaurus und seine Verwandten damals nötig, um im Wasser überleben zu können. An Land hätten die Tiere mit ihren paddelförmigen Gliedmaßen und dem extrem verlängerten Hals keine Nester bauen können – wie heutige Meeresschildkröten. Im Wasser hingegen können Reptilieneier nicht ausgebrütet werden.

Kenneth Lacovara, Professor für Paläontologie, sagte zu gegenüber „Live Science„, dass die Eigenschaften der Lebewesen sich im Laufe der Evolution auf der Basis der aktuellen Gegebenheiten anpassen würden.

Die anderen Vertreter der Archosauromorpha, wie zum Beispiel das Krokodil, können ohne Probleme an Land gehen, um dort Eier zu legen. Für sie wurde dieses Merkmal von der Evolution positiv selektiert.

Gaby Kraal für den Schlüsselkindblog

 

Quelle: TheGuardian

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