Immer mehr Polarlichter über Deutschland – Wissenschaftler erwarten baldigen Polsprung

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Da der letzte gemessene Polsprung sich „schon“ vor 780 000 Jahren ereignete, wäre der nächste also mehr als überfällig. Womöglich hat auch auch dieser Prozess, der zu einer Polumkehr führen wird, längst begonnen. Mehrere Indizen sprechen dafür ist, dass das Erdmagnetfeld seit Beginn von Messungen vor rund 168 Jahren bis heute auffallend und rapide schwächer geworden ist. Eine Ende 2005 veröffentlichte Studie hat ergeben, dass sich der magnetische Nordpol im letzten Jahrhundert um gut 1100 Kilometer von Alaska in Richtung Sibirien verlagerte. Dabei wanderte er in der Spitze mit 50 Kilometer pro Jahr quasi im Zickzack durch die Tundra. Das Magnetfeld ändert sich also rasant.

Geologen und anderen Wissenschaftlern ist heute weitgehend bekannt, was  Polwanderungen bedeuten und auch bewirken. Erzeugt wird das Erdmagnetfeld von einem von den Fachleuten so bezeichneten „Geodynamo“: Der Erdkern selbst besteht größtenteils aus flüssigem Eisen, dabei steigt heisses Magma bis an die Erdmantelgrenze auf und gibt seine Wärme ab, kühlt wieder aus und sinkt erneut ab, um dann wieder aufzusteigen. Gleichzeitig rotiert der Erdkern , sodaß hier ein Dynamoeffekt entsteht. Durch die sich überlagernden Bewegungen fließt dann vergleichbar mit einem Fahrraddynamo im glutflüssigen Erdinnern, Strom. Dieser Stromfluss wiederum erzeugt das Magnetfeld, das unsere  Erde vor den kosmischen Strahlungen schützt und uns Menschen und Tieren der Orientierung nützlich ist.

Immer mehr Polarlicher über Deutschland

Das sich so ein Polspung bereits innerhalb von 100 Jahren vollziehen kann, hat jetzt ein internationales Forscherteam bei Untersuchungen in Italien herausgefunden, das berichtet das Fachblatt „Geophysical Journal International“. „Es ist verblüffend, wie schnell die Umpolung abgelaufen ist“, erzählt Courtney Sprain von der University of California in Berkeley. Fast genauso schnell vollzog sich auch ein kurzfristiger Magnetfeldwechsel vor ca. 41.000 Jahren, die sogenannte „geomagnetische Exkursion“. Damals wanderte der magnetische Nordpol innerhalb von nur 200 Jahren zum Südpol,  und verweilte dort 440 Jahre , bevor er dann anschließend zurück in den hohen Norden sprang. Solche  kurzzeitigen geomagnetischen Sprünge kommen wesentlich häufiger vor, als langjährige Umpolungen, so vermuten die Wissenschaftler heute.

„Warum es in Deutschland zuletzt so viele Sichtungen gegeben habt, wissen wir nicht genau“, sagt Alexander Biebricher, Atmosphärenphysiker im Andøya Space Center auf dem Archipel Vesterålen in Nordnorwegen. Das hier bereits ein aktiver Polspung Prozess in Gang sei könnte, ist nicht ausgeschlossen. Bei einem aktiven Polsprung werden die Polarlichter sogar am Äquator sichtbar sein. Das so ein Vorgang natürlich auch nicht innerhalb von 24 Stunden ablaufen wird, sollte klar sein. Dennoch: Polarlichter über Deutschland, so schön sie auch sein mögen, stimmen eher nachdenklich, denn für unsere Breiten bleiben hell leuchtende Polarlichter ein Naturphänomen, welche ausschließlich durch Sonnenwinde an den (wandernen) Nord- und Südpolen entstehen können.

Gaby Kraal

Fotos: ESA/Reuters

6 Kommentare

  1. Da mache ich mir jetzt nicht so große Sorgen. Sonnenschutzfaktor 3000 und immer ein Dach über dem Kopf. Klar – sollte mit dem Polsprung unser elektromagnetisches „Schutzschild“ zusammenbrechen, landen wir wegen der gerösteten Elektronik erst mal wieder im vorindustriellen Zeitalter.

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  2. Das ist der Wahre Grund der Erderwärmung. Und das wird nicht Lustig. es könnte auch zu Erdplatten Verschiebungen Führen. Das Heißt unsere Kontinente kommen ins Schwangen entweder krachen alle zusammen und sie driften weiter auseinander.

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  3. Seit vielen Jahren haben Wale ihre Orientierung verloren, siehe überall in der Welt….warum!! Heutige Katastrophen sind auch die Folgen…?? Aber was löst den Polsprung aus… Meine Meinung: Hier kommt eine „Galaktische Wolke“ genannt Photonenring an, der die Veränderungen in unserem Sonnensystem zu wege bringt!!
    Vieles wird sich verändern……

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  4. Wie wäre es mit folgendem theoretischen Ansatz?
    Das Magnetfeld der Erde wird zwar durch die Rotationen im Erdinneren erzeugt, dazu bedarf es jedoch wie bei jedem Generator einer Erregung. Diese Erregung resultiert aus der Summe aller auf die Erde einwirkenden Magnetfelder, also sowohl aus den Feldern der Erdkruste, als auch den Magnetfeldern der die Erde umgebenden Himmelskörper. Die Wirkung der Felder der Erdkruste kann man als stabil bezeichnen, weil sie aus Permanentmagneten oder aus Wechselwirkungen mit dem Erdmagnetfeld hervor gehen. Je nach Konstellation der Himmelskörper und deren Eigenrotation variiert jedoch die Summe der von außen auf die Erde einwirkenden Magnetfelder sowohl in ihrer Stärke, als auch in ihrer Polarität. Der Polsprung kommt zustande, wenn die resultierende Polarität des von außen auf die Erde einwirkenden Erregerfeldes aufgrund der Änderung von Konstellation und Wirkrichtung der Magnetfelder der auf die Erde einwirkenden Himmelskörper zwischen einem magnetischen Nord- und Südpol wechselt und sich daher die Stromflussrichtung im Erdkern umkehrt. Diesem geht eine Schwächung des Erdmagnetfeldes voraus, weil die Erregung den Nullpunkt durchqueren muss. Ebenso kann der Polsprung auch ausfallen, sich mehrfach wiederholen oder rückgängig werden, wenn sich das externen Erregerfeld zur vorhergehenden Polarität summiert.

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