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5 Jahre gesetzlich legitimierte Genitalverstümmelung in Deutschland

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Seit nunmehr 5 Jahren legitimiert der Paragraf § 1631d des deutschen BGB in Deutschland die Genitalverstümmelung  an kleinen Jungen aus religiösen Gründen, so die offizielle Rechtfertigung. Dennoch ist Ärzten, Richtern und natürlich der interessierten Öffentlichkeit seit Jahren bewusst, dass hier aus vornehmlich kulturellen, wie traditionellen Gründen den Wünschen muslimischer Einwanderer in Deutschland entsprochen wurde.

Zweierlei Maß: Warum verschweigen die Massen Medien aber auch die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung das Unrecht das auch kleinen Jungen in Deutschland seit Jahren ganz legal angetan wird?

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) fordert seit langem – ganz zu Recht – ein entschiedeneres Vorgehen gegen die Genitalverstümmelung bei jungen Frauen, lässt aber in ihrem jüngsten Aufruf unerwähnt, dass in Deutschland mit Zustimmung der regierenden Parteien, einschließlich der Grünen Opposition, bereits vor 5 Jahren extra ein Gesetz verabschiedet wurde, das die Genitalverstümmelung und damit die schwere Körperverletzung an kleinen Jungen aus religiösen, bzw. aus traditionellen und kulturellen Gründen legitimiert. Auf der Homepage der DSW erkärt DSW-Geschäftsführerin Renate Bähr: „Und auch in Ostafrika ist die Stiftung zur festen Größe geworden – durch ihre politische Arbeit und die zahlreichen Projekte, durch die Millionen Jugendliche nun ihre Potenziale nutzen können.“

Die Mädchen sind bei dem Eingriff meist noch nicht einmal 15 Jahre alt“, erkärt die Stiftung. „Es wird höchste Zeit, schärfer gegen diese grausame Praktik vorzugehen und Mädchen und Frauen vor unfassbarem Leid zu bewahren“, erklärt  Renate Bähr. Völlig richtig was Frau Bähr sich hier als Ziele der Stiftung wünscht. Umso unverständlicher, warum das Leiden und die schwere Körperverletzung von Jungen, also Kleinstkindern in Deutschland vor der Stiftung keinerlei Stimme erhält?

Die Verlogenheit der Bundesregierung ist grenzenlos

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) erwähnt zumindest die politische Arbeit der DSW auf ihrer Homepage. Wir können also davon ausgehen, dass das Ministerium selbstverständlich auch Fördergelder für die Stiftung bereithält. Das sich hier die politische Arbeit auch an dem Wohlwollen der Geldgeber orientiert, will ich hier nicht unterstellen, aber es liegt dennoch sehr nahe, sich vor diesem Gedankengang nicht zu verschließen. Darüberhinaus wäre es auch ein Skandal, wenn die Stiftung in ihrer Arbeit die weltweite Genitalverstümmelung anprangert, aber sich vor dem Leid tausender Kinder in Deutschland aufgrund der Abhängigkeit zu ihren Förderern, bewusst verschliesst.

Auch das etablierte Erziehungsmedium die FAZ erwähnt in einem aktuellen Beitrag über die grausamen Praktiken der Genitalverstümmelung an Mädchen in Deutschland mit keiner Silbe,  daß sowohl kleine Jungen wie selbstverständlich und das sogar mit Rückendeckung der deutschen Politik, körperliche und auch seelische Grausamkeiten erleiden müssen. Diese Jungen haben keine Lobby wie etwa Ralf Kleindiek,  der als Staatssekretär des Familienministerium die Verstümmelungspraktiken nur bei Frauen als schwere Menschenrechtsverletzung verurteilt

Die Beschneidung aus religiösen Gründen an Jungen ist in Deutschland seit nunmehr fünf Jahren per Gesetz erlaubt. Nach wie gibt es es aber weiterhin massive Kritik von Kinderärzten an dieser Entscheidung, die in den gesteuerten Massenmedien schon lange kein Gehör mehr finden :

Sie fordern ein Verbot von Genitalverstümmelung!

„Wir bezeichnen die religiöse Beschneidung guten Grundes als Kindesmisshandlung“.

Die Aussage von Dr. Brigitte Dietz könnte eindeutiger nicht sein. Auch wenn das Thema in den meisten Medien schon lange nicht mehr präsent ist: Für die stellvertretende Vorsitzende und Pressesprecherin der Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte in Bayern ist die Beschneidungsdebatte noch lange nicht beendet.

Ein Rückblick: Im Frühjahr 2012 hatte das Kölner Landgericht die Beschneidung eines Jungen aus religiösen Gründen als strafbare Körperverletzung gewertet. Sowohl im Islam als auch im Judentum ist es Tradition, die Penisvorhaut der Jungen zu entfernen – eine eindeutige Rechtslage gab es zu der Zeit in Deutschland aber nicht. Die Bundesregierung unter Vorsitz der selbst ermächtigten BUndeskanzlerin Angela Merkel hatte daraufhin nur wenige Monate später ein Gesetz verabschiedet, das die Beschneidung von Jungen aus rituellen Gründen erlaubt – unter der Voraussetzung, dass ein Mediziner oder ein Nicht-Mediziner, ein religiöser Beschneider den Eingriff durchführt.

Kinderärzte: Beschneidung nur aus medizinischen Gründen sinnvoll

„Eine Beschneidung von Jungen ist nur dann sinnvoll, wenn eine medizinische Indikation (Phimose) vorliegt – was äußerst selten vorkommt“, widerspricht Dr. Brigitte Dietz der Auffassung der Politik. Denn der scheinbar harmlose Eingriff birgt Risiken: Es kann zu Infektionen, Wundheilungsstörung, Harnröhrenverengung und Fisteln kommen. „Einige haben später auch psychische Probleme bis hin zu Erektionsproblemen und sexuellen Störungen sowie Minderwertigkeitskomplexe, da dieser Eingriff eine Verstümmelung darstellt, die ohne die Einwilligungsfähigkeit der Person stattgefunden hat“, berichtet die Expertin.

Nicht nur nach Auffassung von Ärzten haben auch Kinder ein Recht auf körperliche Unversehrtheit, das auch die Eltern nicht missachten dürfen. „Weder Tradition noch Religion dürfen dazu führen, dass an den Genitalien von minderjährigen nicht einwilligungsfähigen Mädchen oder Jungen ohne medizinische Indikation herumgeschnitten wird“, erklärt Dr. Wolfram Hartmann, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte in Bezug auf die Debatte. „Menschenrechtsverletzungen bleiben Menschenrechtsverletzungen, auch wenn sie aus rituellen Gründen begangen werden.“

Forderung nach einem Verbot der religiösen Beschneidung

Das Gesetz der Bundesregierung, das die rituelle Beschneidung von Kindern „in geregelte Bahnen lenken sollte“, so die offizielle Begründung der Bundesregierung, ist nach Ansicht des Berufsverbandes der Kinderärzte kläglich gescheitert. „Die Situation hat sich seit dem unsäglichen Gesetz vor fünf Jahren sogar verschlechtert“, klagt Dr. Brigitte Dietz.

„Demnach ist es ja gesetzlich erlaubt, sogar Säuglinge bis zum 6. Lebensmonat ohne Narkose und ohne Schmerzmittel von nicht ärztlichen Personen beschneiden zu lassen.“

Der Verband startete Aufklärungskampagnen für die Eltern, verteilte Broschüren für die Gesundheit des männlichen Geschlechtsteils, unter dem Motto „Die Vorhaut – kein Fehler der Natur“. Doch am Ende, so ist man sich einig, müsse eine neue gesetzliche Regelung her: ein Verbot. „Denn die Eltern, die diesen Eingriff vornehmen lassen, sind in ihrer religiösen Vorstellung so gefangen, dass vernünftige Argumente leider nicht ankommen und nicht gehört werden“, erklärt Dr. Brigitte Dietz.

„Es ist an der Zeit, dass das 2012 erlassene ‚Beschneidungsgesetz‘ novelliert wird“, forderen auch weiterhin der Vorsitzende Dr. Wolfram Hartmann. „Der Gesetzgeber muss dafür sorgen, dass rituelle Verstümmelungen uneingeschränkt weder an Mädchen, noch an Jungen vorgenommen werden dürfen.“

Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt. Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.

Das Anrecht auf die körperliche Unversehrtheit ist ein Menschenrecht

Artikel 1 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland gilt nicht für alle Menschen

Gaby Kraal

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2 comments

  1. Stoppt selbst die geringst invasive FGM

    Erstmals in der Geschichte der USA beginnt im April 2017 ein Strafprozess nach 18 USC 116 (female genital mutilation), nachdem in Detroit, Michigan, die Ärztin Dr. Jumana Nagarwala sowie die Eheleute Attar (Dr. Fakhruddin Attar und Farida Attar) angezeigt worden sind.

    Im Vorort Livonia (Michigan) betreibt Dr. Attar die Burhani Medical Clinic, abends – nach Geschäftsschluss – der Tatort der Mädchenbeschneidung. Die drei Beschuldigten sind Angehörige der schiitischen Dawudi Bohra.

    Die drei sind inhaftiert, Dr. Jumana Nagarwala, weil sie nach Nairobi, Kenia reisen wollte (auf dem Flughafen von Detroit verhaftet) und das Gericht Fluchtgefahr sieht, die Eheleute Attar, weil sie die Kooperation mit den Ermittlern eher verweigerten, was als Bereitschaft zur Verdunkelung bewertet wird.

    In immer neuen Wellen branden die Versuche der Aufweichung der WHO-Klassifikation zur weiblichen Genitalverstümmelung (FGM) heran, die Versuche der Straffreistellung der irgendwie geringer invasiven Formen der Mädchenbeschneidung.

    Man versucht, die Schädlichkeit der weiblichen Genitalverstümmelung FGM Typ Ia Klitoris(teil)amputation (Type Ia, removal of the clitoral hood or prepuce only) oder einer FGM Typ IV wie Stechen, Einschneiden, Kratzen, Schaben (for example: pricking, incising, scraping) zu bagatellisieren.

    Die WHO-Klassifikation zur weiblichen Genitalberstümmelung (FGM) muss erhalten bleiben: Nein zu den Versuchen der Straffreistellung der Chatna (Chitan al-inath, indones.: sunat perempuan), etwa der sogenannten milden Sunna, überall auf der Welt.

    Frau und Mann, Mädchen und Junge sind nicht ungleich zu behandeln. Genitalbeschneidung muss global verboten bleiben bzw. werden, einerlei, ob der junge Mensch ein Mädchen ist oder ein Junge.

    Völlig altersentsprechend ist auch ein 12, vierzehn oder 16 Jahre alter junger Mensch nicht in der Lage, die Folgen der FGM oder MGM auf Gesundheit, Sexualität oder Partnerschaft abzuschätzen.

    Unabhängig davon kann auch eine Infektion nach einem Skalpellschnitt oder Nadelstich, kann auch die sogenannte milde Sunna zu schweren Komplikationen bis hin zum Tod führen.

    Deshalb ein klares Nein zu allen medizinisch nicht erforderlichen Genitaloperationen an einem Minderjährigen (d. i. Mensch unter 18 Jahre) – keine Beschneidung unter achtzehn.

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